Weil im Schönbuch: Fünf ausverkaufte Vorstellungen des Stücks von Robert Thomas mit der Schönbuchbühne / Passende Besetzung / Spannende Unterhaltung

Acht Frauen und die vier Stärken

Bei fünf ausverkauften Vorstellungen im Turnerheim Weil im Schönbuch hat die Schönbuchbühne Weil die Tragikkomödie „Acht Frauen“ unter der Regie von Roland Blessing gespielt. Darin reißen die Protagonistinnen einander die gesellschaftlichen Masken vom Gesicht – zum großen Vergnügen des Publikums.

Auf „Drei Männer im Schnee“ lässt das Amateur-Ensemble der Schönbuchbühne Weil in diesem Jahr „Acht Frauen“ folgen. „Auf Wunsch der Damen im Ensemble“, sagt Regisseur Roland Blessing, „denn die kamen bei ‘Drei Männer im Schnee’ logischerweise zu kurz.“ Ein Stück mit überwiegend Frauenrollen wurde also gesucht und eines mit ausschließlich Frauenrollen gefunden.

Bei der Besetzung des Stücks, das vor allem durch die Verfilmung des Regisseurs François Ozon mit Catherine Deneuve aus dem Jahr 2002 bekannt ist, fällt sofort die große Stärke der Schönbuchbühne Weil ins Auge: Alle acht Frauenrollen sind mit Petra Landenberger, Lena Frank, Lynn Schefold, Marion Ehmann, Annette Weinberger, Andrea Lengerer, Carina Pisch und Karin Kuppinger passend besetzt. Das Ensemble kann starke Darstellerinnen quer durch alle Altersstufen ins Rennen schicken.

Besonders wichtig: Mit den Ensemble-Neuzugängen Lena Frank in der Rolle der Susanne, Lynn Schefold in der Rolle von deren Schwester Catherine und Carina Pisch in der Rolle des Zimmermädchens Louise spielen junge Darstellerinnen diese jugendlichen Figuren, was der Glaubwürdigkeit der Inszenierung extrem gut tut. Mit der Besetzung jugendlicher Rollen tun sich andere Amateur-Ensembles bisweilen schwer, weil es an Nachwuchs mangelt. „In der Tat sind wir in unserem Ensemble mit rund 20 Darstellern sehr gut aufgestellt“, sagt Roland Blessing.

Eine weitere Stärke der Schönbuchbühne ist ihre Herangehensweise an die Inszenierungen: „Wir müssen nicht jedes Jahr mit Gewalt ein Stück auf die Bühne bringen“, sagt Roland Blessing: „Es muss passen.“ Auch gibt es keinen Zwang, bei jeder Inszenierung des rund 100 Mitglieder starken Vereins alle Darsteller mit Rollen zu versorgen: Das schafft Flexibilität bei der Stückauswahl, die auch anderen Amateurbühnen bisweilen gut tun würde.

„Acht Frauen“ ist knifflig zu besetzen, inszenieren und spielen: Im Grunde gibt es keine Nebenrollen, jede einzelne Figur ist gleichermaßen wichtig für das Funktionieren der hochemotionalen Handlung. Wie Roland Blessing und dessen Darstellerinnen diese Aufgabe meistern und damit spannende Unterhaltung auf die Bühne des Turnerheims Weil bringen, beeindruckt – Stärke Nummer vier.

Doch die Tage des Turnerheims sind gezählt, die Gemeinde plant den Abriss (die SZ/BZ berichtete). Dass ein Ersatzbau geplant ist, kann Roland Blessing nicht trösten: „Das Turnerheim ist für unsere Zwecke genial. Woanders wird es nie wieder so sein wie hier. Nach einer so großen und hohen Bühne würden sich andere Ensembles die Finger schlecken.“

Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok